POY

Die Auszeit und warum das okay ist – POY

Als ich mit ProjectOneYear startete, wollte ich jede Woche eine Zusammenfassung in mein POY-Buch schreiben und jeden Monat einen Artikel hier auf meinem Blog dazu. Dann dachte ich mir, dass ich gern noch ein paar andere Artikel neben den POY-Berichten im Blog hätte, konnte mich aber nicht so recht entscheiden, welches Thema ich als erstes anschneiden wollte.

Das Ende vom Lied war dann: Ich hab gar nicht gebloggt, sondern mich eher darum gedrückt. Auch an meinem Buch (aktuell Bruderkrieg) habe ich in den letzten paar Wochen nicht mehr geschrieben, sondern einfach mal meinen Urlaub genossen, Sport getrieben, war auf einer wunderschönen Hochzeit, habe ausgeschlafen, die Serie „Elementary“ angeschaut und die Bücher „Das Restaurant am Ende des Universums“ und „Mieses Karma“ gelesen. Außerdem habe ich mit ein paar Kolleginnen aus dem Fantasygenre geskypet und mit ein paar neuen Ideen gespielt.

Meinen POY-Pflichten bin ich dabei kein Stück nachgegangen, habe keine Listen und Journals geführt, sondern einfach nur vor mich hingegammelt und in den Tag gelebt. Interessanterweise bin ich trotzdem voran gekommen. Im letzten Monat (August) hab ich:

  • Joshua endlich veröffentlicht ( für 0,99€ in allen möglichen Online Bookstores erhältlich, z.B. beim großen A)
  • ein Team für AuthorWing aufgestellt, welches ich euch morgen im AW Blog vorstellen werde
  • endlich einen neuen Badezimmerschrank anbauen lassen
  • mein Schlafzimmer durch eine Bücherwand erweitert (Fotos dazu findet ihr auf meinem Insta-Kanal)
  • einen zweiten Instagram Kanal angelegt, um Ally und Alice als „Marken“ zu trennen und separat aufzubauen
  • mehrere Kapitel von „Love&Jackson“ vorgeschrieben (meinem Newsletterroman über stonebooks)
  • die ersten beiden Kapitel von meinem Dämonenprojekt „KING – Curador“ auf Wattpad eingestellt
  • das Autorenmagazin „TextArt“ erhalten, in welchem mein Projekt AuthorWing vorgestellt wird (hier habe ich ein Video dazu gemacht)
  • einen neuen Titel für „Der Clan – Love und Jackson“ gefunden (den ich bald bekannt geben werde <3 )
  • eine Live-Lesung auf meiner Facebookseite gehalten
  • für Isabel und Bruderkrieg einen ganzen Stapel Karteikarten mit dem jeweiligen Plot fertig gemacht
  • immer mal wieder mit Freunden ausgewesen, um etwas zu unternehmen
  • ein paar Blumen und Erde gekauft und endlich den Balkon fertig bepflanzt (ich weiß, sehr früh :D)
  • die Kommoden im Wohnzimmer endlich mit Schubladenkästen ausgelegt und sortiert
  • meinen Arbeitsplatz im Wohnzimmer umgeräumt, den Schreibtisch geleert und alles ein wenig optimiert
  • mir endlich mal wieder die Nägel machen lassen

Auch ohne eine straffe Organisation und endlose To-Do Listen habe ich ganz instinktiv vieles von dem getan, was auf meiner POY Liste steht und sogar noch einiges mehr, was nicht explizit drauf stand, ich aber schon lange umsetzen wollte (z.B. die Bücherwand, um endlich das Bücherchaos aufzuräumen). Ganz nebenbei konnte ich meine Akkus aufladen, weil kein Druck dahinter lag.

Trotzdem habe ich es vermisst. Ich hab festgestellt, dass ich es mag, hin und wieder alles schleifen zu lassen und scheinbar nicht voran zu kommen, sondern einfach nur die Seele baumeln zu lassen. Ich hab aber auch festgestellt, dass ich mich auf Dauer so nicht wohl fühlen würde. Wenn ich herumgammel, fühle ich mich auch immer irgendwie müde und schlapp, was eine Weile zwar ganz angenehm sein kann (schließlich habe ich ja keine Aufgaben, auf die ich mich unbedingt stürzen muss), sich auf lange Sicht gesehen aber nicht mehr gut anfühlt.
Ich liebe es, unter der Woche früh aufzustehen. Mich um 3:45 aus dem Bett zu schwingen, um mit schlechtem Gewissen, wegen der Lautstärke, meinen Mixer anzuwerfen und meinen Frühstückssmoothie fertig zu machen, in die Sportklamotten zu steigen und mit den wenigen Anderen, die um die Uhrzeit dort sind, von 4 bis 5 Uhr zu trainieren. Ich liebe es, frisch geduscht und schick gemacht zur Arbeit zu fahren und zu wissen, dass ich bereits etwas erledigt habe und ich liebe es, Abends völlig erschöpft pünktlich ins Bett zu fallen und zu wissen, dass ich viele Aufgaben erledigt habe, die mich glücklich machen.
Wenn ich ausreichend Schlaf habe, Ernährung und Fitness stimmen und ich jeden Tag mindestens eine große Aufgabe erledige (am besten eine, auf die ich nicht so Lust habe), strotze ich vor Energie und Tatendrang – und genau das ist es, was sich gut anfühlt und worauf ich mich nach einer Gammel-Auszeit immer wieder so freue.

Warum Rückschritte und Auszeiten während POY okay sind

In der Facebookgruppe zu POY sehe ich immer wieder, wie die Leute ihren Start verschieben, oder das Projekt neu starten, wenn sie mal ein paar Tage ausgefallen sind und nicht voran kamen. Deshalb schreibe ich diesen Artikel – um euch zu sagen: Eine Auszeit ist okay!
Bei POY geht es darum, sich ein paar Ziele zu setzen und sie innerhalb eines Jahres umzusetzen. Das sind 365 Tage, in denen ihr euch anstrengt und eure Ziele verfolgt. Aber es sind auch 365 Tage, in denen es mal schief laufen kann. In denen ihr auch mal ausruhen dürft und in denen ihr auch Rückschläge erleben werdet – denn das gehört zum Prozess dazu. Niemand wird ein perfektes Jahr abliefern und jeder wird hin und wieder mal eine Pause brauchen. Deshalb müsst ihr das Jahr nicht auf Reset setzen. Das frustriert euch nur und dann brecht ihr es ab – denn ihr werdet es immer wieder zurück setzen und gefühlt kein Stück voran kommen. Dabei kommt ihr doch aber voran. Ich habe schon tolle Ergebnisse in der Gruppe gesehen und weiß, dass da noch viele folgen werden. Und auch Rückschläge sind völlig in Ordnung, solange wir uns davon nicht komplett aus der Bahn werfen lassen.
Ich hatte meine Auszeit jetzt und ich werde noch ein paar Tage brauchen, an denen es etwas holprig zugeht, bis ich wieder drin bin. Ich mache Fehler und ich habe auch Rückschläge. Manchmal funktionieren die Dinge nicht so, wie ich es gern hätte, oder alles läuft langsamer als erhofft. Dann muss ich mir ansehen, woran das liegt und meine Taktiken anpassen – Schritt für Schritt.

Also lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr einen Fehler macht, einen Rückschlag habt oder auch mal eine Auszeit von einer, zwei oder vielleicht auch fünf Wochen braucht. Nehmt euch die Zeit, entspannt ganz bewusst und legt dann wieder los, wenn ihr euch bereit fühlt. Das ist in Ordnung. Die Hauptsache ist, dass ihr euer Ziel dabei nicht aus den Augen verliert und danach euer Krönchen wieder zurecht rückt. Denn wie heißt es so schön? Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitermachen.

Wie läuft euer ProjectOneYear? Habt ihr schon einige Ziele erreicht? 
Teilt euren Stand in den Kommentaren mit – ich bin schon gespannt! 🙂 

4 Comments on “Die Auszeit und warum das okay ist – POY

  1. Schöner Beitrag. Gute Selbstanalyse und aus meiner Sicht genau die richtigen Punkte angesprochen. Ja. Disziplin kann sich geil anfühlen. Aber einmal abzuschalten (im Wortsinn auch alle Devices 😉 ist genauso wichtig. Beides muss in einem Gleichklang sein und stärkt sich gegenseitig. Wünsche dir weiterhin viel Kraft, diese Mitte zu finden.

    1. Hallo Jürgen, danke dir für deinen Kommentar! 🙂 Und oh ja, das Handy hab ich in den ersten Urlaubstagen auch kaum bis gar nicht angefasst (Laptop hatte ich nicht dabei) – war super mal so zwischendurch 😀

  2. Hallöchen,
    ich kenne das nur zu gut, dass man sich für etwas entscheiden muss und gerade wegen dieser Entscheidung dann gar nichts tut. So geht es mir leider häufig :/

    Ich bin froh, dass du dir eine Pause gegönnt hast. Das beruhigt mich etwas, da ich in letzter Zeit selbst nicht wirklich für mein POY gehandelt habe.

    Herzlichen Glückwunsch für die Veröffentlichung von Joshua! Ich hab selbst bisher noch nie etwas veröffentlicht, deshalb kann ich nicht wissen, wie du dich fühlst. Aber ich glaube, es ist jedes Mal wieder ein unglaubliches Gefühl.

    Ich hab die letzten Wochen eine unfreiwillige Pause vom POY gemacht, weil unser WLAN nicht ging und ich dadurch einerseits nicht bloggen und Co. konnte und andererseits hat mich das so frustriert und runtergezogen, dass ich auch außerhalb des Internets zu nichts gekommen bin.
    Dafür möchte ich jetzt wieder durchstarten. Aber dein Beitrag hat mich wirklich erleichtert 🙂

    Liebste Grüße,
    Kate ♥

    1. Hallo Kate, das freut mich, dass dir der Beitrag geholfen hat!
      Ohje, eine gestörte Internetverbindung kann wirklich frustrierend sein, erst recht, wenn man bedenkt, wie sehr wir unser Leben heutzutage auf diese Verbindung eingestellt haben.
      Das nächste Mal schau doch mal, ob du die positiven Seiten daran entdecken kannst!
      Klar, du kommst nicht weiter wie geplant und das nervt, aber was ist denn toll daran? Mehr Zeit für die Familie und Freunde offline. Du könntest die Wohnung ausmisten, irgendwas renovieren oder umplanen, mehr lesen, oder mit Stift auf Papier die ein oder andere Idee skizzieren, mal etwas malen, Sport treiben, lecker kochen – es gibt so viele Dinge, die wir zur Entspannung tun können, oder die wir noch tun wollten und die durch die Internetnutzung immer zu kurz kamen.

      Also nur Mut (natürlich freue ich mich aber auch, dass du jetzt wieder online und bei uns bist 🙂 ).

      Liebe Grüße, Alice

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.