AUTORIN

Ich will gar nicht „nur Autorin“ sein

Ich habe einen Fehler gemacht.

Was nicht weiter tragisch ist, denn ich mache viele „Fehler“. Fehler sind eine tolle Sache, auch wenn die Konsequenzen manchmal unangenehm sind. Denn wenn man sich so einen Fehler ansieht, ist er im Grunde genommen einfach nur ein Ergebnis, welches nicht den Wert hat, den man sich erhofft hatte. Trotzdem ist es ein Ergebnis und aus einem Ergebnis kann man immer etwas ableiten: Den Lerneffekt.

Was hab ich also vor ein paar Tagen gelernt, was ich nun nach und nach umsetzen kann?

Ich bin gar nicht „nur Autorin“!

Seit ich denken kann, will ich Bücher schreiben und damit meinen Lebensunterhalt verdienen. Auf gewisse Weise will ich das immer noch. Aber etwas hat sich verändert. In den letzten Monaten habe ich meine Zeit damit zugebracht, Fantasyromane zu schreiben und zu veröffentlichen. Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut, Facebookwerbung ausprobiert, Lesungen gemacht, Leserunden veranstaltet und versucht, herauszufinden, wie ich mehr Bücher verkaufen kann.

Und all das macht mir Spaß. Aber ich bin nicht nur das.
Ich studiere auch neben der Arbeit – und zwar auf „Personal- und Businesscoach“. In den letzten Monaten habe ich das allerdings sehr vernachlässigt, weil ich nur auf diese eine Sache fixiert war, ohne so richtig zu bemerken, dass mich nur das allein nicht so recht ausfüllt.
Außerdem trainiere ich regelmäßig und beschäftige mich sehr gern mit den Auswirkungen von Training, Ernährung und Schlaf auf die Psyche und den Körper. Auch das ist ein Feld, mit dem ich mich gern beschäftigen will, weil es mich genauso fasziniert, wie das Schreiben von Fantasy.

Der Fehler …

… den ich gemacht habe, war es, mich voll und ganz auf das Thema „Autorin“ zu konzentrieren.
Ich habe ein ehrenamtliches Hilfsprojekt für Jungautoren gegründet, eine Angebotsseite für inhaltliches Lektorat und Texterarbeiten aufgesetzt und mir überlegt, über welche Schreibthemen ich bloggen und vielleicht sogar Videos drehen könnte.
Wenn ich aber ehrlich zu mir bin, muss ich mir Etwas eingestehen: Ich möchte gar nicht über Schreibtipps bloggen. Ich möchte keine Videos darüber drehen, wie ich mit dem neuen Schreibprogramm xy zurechtkomme und Buchrezensionen auf Amazon schreibe ich auch nur, weil ich weiß, wie wichtig eine ehrliche Rezension für einen Autor ist.

Ich dachte nur, dass ich das tun müsste, wenn ich voll und ganz als Autorin leben und anerkannt werden will.
Inzwischen ist mir aber klar geworden, wie idiotisch das ist. Ich habe innerhalb von 2,5 Jahren vier Bücher in zwei unterschiedlichen Genres veröffentlicht, bald das fünfte fertig (Savage) und das sechste in Arbeit (Bruderkrieg). Ich bin eine Autorin, ob ich über Schreibtipps blogge, oder nicht. Und die Leser meiner Bücher, sofern sie nicht zufällig selbst Autoren sind, interessieren sich auch gar nicht unbedingt für Schreibtipps.

Also was nun?

Aktuell höre ich das Hörbuch „Das Escape Manifest“ (das ich sehr empfehlen kann, wenn man mit dem Gedanken an die Selbstständigkeit spielt) und es hat mir ein paar tolle neue Denkanstöße gegeben.
Diese Plattform – loudwords – ist für mich ein besonderer Blog. Er hat mich auf dem Weg zu meinem ersten Buch begleitet (2014, „2 Jahre, für immer„). Jetzt begleitet er mich auf dem Weg in die Selbstständigkeit – und die besteht für mich nicht nur aus dem Schreiben von Büchern.

An diesem Plan, rein von meinen Büchern leben zu können, habe ich so stark festgehalten, weil es ein Kindheitstraum von mir ist. Ich wollte schon immer Bücher schreiben und damit so viel verdienen, dass ich um die Welt reisen, Abenteuer erleben und nur Bücher schreiben muss, um alle Freiheiten zu haben, die ich haben will. Ich wollte mit meinen Geschichten begeistern, bewegen und die Menschen zum Träumen und Nachdenken bringen.
Aber inzwischen bin ich erwachsen und nicht die „harte Realität“ ist es, die diesen Plan zwangsläufig verändert hat, sondern ich selbst bin es. Ich kenne jetzt mehr vom Leben als damals mit fünf und ich habe noch mehr Interessen entwickelt. Meine tiefe Liebe zum Verfassen und Lesen von Geschichten ist geblieben und sie wird auch niemals weggehen.
Nur interessiere ich mich jetzt eben auch noch für Anderes und möchte mehr, als den ganzen Tag nur in die Tastatur hacken.
Ich möchte rausgehen, Menschen treffen, sie motivieren und ihnen dabei helfen, ein schöneres Leben nach ihren Vorstellungen zu leben. Ich möchte aktiv etwas dagegen tun, dass so viele Leute nur noch Hartz IV TV gucken und sich aufgeben. Und ich möchte immer noch reisen.

Zwei Standbeine

Zusammengefasst möchte ich in meiner Selbstständigkeit nicht nur auf einem Bein stehen, sondern auf zweien. Dieses neue, andere Bein wird das stützende Bein sein. Die Autorin mit ihren Romanen wird dafür das frei bewegliche Bein sein, welches einfach nochmal die Kirsche auf die Sahne setzt.

Und genau darum soll es hier auf loudwords auch gehen. Um meinen Weg in die Selbstständigkeit und hin zu diesen beiden Standbeinen. Es soll darum gehen, Dinge auszuprobieren, Ergebnisse zu präsentieren, Fehler zu analysieren und Erfolge zu feiern. Darum, herauszufinden, was genau es ist, was ich zukünftig machen werde und mit euch gemeinsam auf meine erste Reise, die ich mir finanzieren kann, hinzufiebern (ich liebäugele sehr mit Irland und Schottland <3).

Ich möchte meinen Weg dokumentieren und mit euch darüber in den Kommentaren sprechen. Dabei wird es sowohl um die Autorin gehen, als auch um „die Andere“. Die, die ich noch nicht ganz erforscht habe.
Dazu werde ich loudwords in der nächsten Zeit immer wieder anpassen und optimieren, sodass auch der Blog für diese neue Reise gerüstet ist.

Es liegt ein neuer Weg mit einem ganz neuen Abenteuer vor mir und ich freue mich schon darauf, ihn mit euch gemeinsam zu gehen. 

Seid ihr dabei?

Alice

6 Comments on “Ich will gar nicht „nur Autorin“ sein

  1. Wow! Ich bin sowas von „fangirl-mässig“ dabei. Ganz, ganz tolle Worte. Und treffender könnte man es nicht erklären, wie du es getan hast.

    Wir SIND Autoren, weil wir schreiben.
    Punkt.

    Viel Erfolg auf deinem Weg, es wird mir eine Freude sein, dich auf diesem zu stalken 🙂

  2. Diese ehrliche und kritische Selbstkritik ist nicht einfach und erfordert viel Mut. Nicht weil man in seiner Vorstellung gescheitert ist, sondern weil man sich eingesteht, dass Dinge sich ändern und man sich mitändern muss.
    Ich mache eine ähnliche Phase durch und versuche für mich das zu entdecken, dass mich langfristig glücklich macht. Das Schreiben ist da nur eine Säule von.
    Viel Erfolg!

    1. Hallo Andreas, danke für deinen Kommentar 🙂
      Oh ja, Selbstreflexion erfordert Übung und viel Mut (am Anfang mehr als später), aber es ist eine unglaubliche Hilfe, wenn man sich weiter entwickeln möchte.
      Aber diese Phase in der wir stecken, finde ich auch unglaublich spannend (wenn auch streckenweise beängstigend) – dir wünsche ich ebenfalls viel Erfolg! 🙂

  3. Super Plan. Das schöne an Zielen, die man sich selbst setzt, ist doch, dass man auch die Freiheit hat sie anzupassen. Ob nun an neue Situationen oder an neue Träume, ist doch unwesentlich. Wichtig ist es, flexibel zu bleiben. Vielleicht passen die Träume von damals nicht mehr zu dem Menschen, der man heute ist. Will man sich trotzdem in ein Korsett zwängen?
    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Umsetzen deiner neuen Pläne.
    Viele Grüße
    Erin

    1. Hallo Erin, lieben Dank für deinen Kommentar. 🙂 Das stimmt, Flexibilität ist eines der wichtigsten Dinge, das habe ich auch gemerkt in den letzten Jahren. Das Grundziel bleibt ja schon immer ähnlich, aber die Art und Weise wie wir es erreichen (möchten) kann sich durchaus ändern. 🙂

      Liebe Grüße

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