NaNo 2016 – Warum ich erst nicht wollte und jetzt dopptelt teilnehme

NaNo 2016 – Warum ich erst nicht wollte und jetzt dopptelt teilnehme


Eigentlich wollte ich nicht am NaNoWriMo teilnehmen.
Genau wie letztes Jahr.
Weil ich eigentlich keine Zeit habe.
Genau wie letztes Jahr.
Und nun nehme ich doch teil.
Genau wie … ihr wisst schon.

Nur eine Sache ist anders: Ich nehme nicht nur einmal teil, sondern zweimal.

Wie kommts?

Habe ich plötzlich ein endloses Pensum an Urlaubstagen entdeckt?
Bin ich über Hermines Zeitumkehrer gestolpert?

Leider nein. Zwar besitze ich einen Zeitumkehrer, habe aber noch nicht herausgefunden, wie er funktioniert.
Ich muss nach wie vor meinem Bürojob nachgehen, werde an zwei Tagen im November auf der BuchBerlin anzutreffen sein, möchte mein Sportpensum von ca. 4 Trainingseinheiten die Woche aufrecht erhalten und muss den Haushalt schmeißen.

Wie immer habe ich das Gefühl, keine Zeit zu haben. Für gar nichts. Trotzdem sitze ich jetzt hier, bin gleichzeitig auf Twitter und Facebook aktiv, erstelle Header für den NaNo, lege mein Projekt auf der NaNoWriMo Webseite an und schreibe diesen Blogartikel.
Ich bin – um ehrlich zu sein – einfach nur scheiß müde, weil ich seit 04:30 heute früh auf den Beinen bin und heute schon um die 2.000 Wörter für Savage geschrieben habe – vor der Arbeit. Und auch morgen muss ich relativ früh wieder fit sein, um zur Arbeit zu gehen, schließlich ist Dienstag.

Und dennoch sitze ich hier und kann es kaum erwarten, bis Mitternacht anbricht.
Bis ein paar Kollegen und ich uns auf unsere Manuskripte stürzen, um einen möglichst guten Start hinzulegen. Ich bin zwar müde, aber trotzdem aufgeregt. Ich grinse vor mich hin, kann nicht aufhören, mich mit den kommenden Wochen zu beschäftigen und poste gleichzeitig motivierende Postings auf Facebook und Instagram:

Noch 1 Stunde und 37 Minuten bis Mitternacht.
Dann beginnt für uns Autoren der #NaNoWriMo – der National Novel Writing Month.

Jedes Jahr im November setzen sich Autoren auf der ganzen Welt hin, um in nur einem Monat 50.000 Wörter für ihren Roman zu schreiben. Letztes Jahr entstand im NaNo „Schattenwolf“, dieses Jahr beende ich „Savage“ und treibe „Bruderkrieg“, den Abschluss meiner Debut-Trilogie voran.

Außerdem habe ich mich mit einem zweiten, offiziell noch geheimen Pseudonym angemeldet, mit dem ich ein neues Genre austeste.

Für mich bedeutet das: 100.000 Wörter in 30 Tagen.
Das sind 3.334 Wörter täglich.
Neben Job, Sport, Haushalt und Privatleben.
Neben der Überarbeitung und Veröffentlichung von Savage.

Es wird wahnsinnig kräftezehrend und anstrengend.
Es wird eine Herausforderung.
Trotzdem freue ich mich darauf.
Weil ich wieder Grenzen überschreiten und über mich hinauswachsen kann.
Weil ich tolle Leute und Kollegen an meiner Seite weiß.

Es wird episch.
Let’s write.

Warum das Ganze? Weil ich vermutlich ein kleines bisschen verrückt bin.
Aber das ist okay – das macht die Besten aus. 😉
Der ursprüngliche Anstoß waren – genau wie im letzten Jahr – all die anderen Teilnehmer. Seit Wochen lese ich Tweets, Postings und persönliche Nachrichten, in denen dem NaNo entgegen gefiebert wird, als sei er etwas Besonderes.

Und wisst ihr was? Das ist er.

Was macht man da? Motivation?

Gerade heute wurde ich gefragt, was man „außer Motivation davon hat“.
So einiges. Der NaNo ist einfach ein Event, das man erlebt haben muss.
30 Tage lang befindest du dich in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, die das selbe Ziel haben wie du. Jeden Tag ihr Pensum zu schaffen, um am Ende siegreich ins Ziel zu laufen.
Es gibt kein „nur einer kann es schaffen“, sondern ein „je mehr gewinnen, desto cooler wird es“.
Ihr wollt, dass ich es schaffe, ich will, dass ihr es schafft.
Da draußen sind die Anderen, die wollen dass du siegst.
Gegen die Statistik und gegen dich selbst. Und diese Anderen sind nicht nur in deinem Netzwerk – sie sitzen auf der ganzen Kugel verteilt.

Wenn du es geschafft hast, erhälst du eine Urkunde und wirst zum NaNo-Sieger erklärt.
Und so ganz nebenbei hast du 50 verdammte tausend Wörter für dein Buch geschrieben.
Wie geil ist das bitte?

Warum zweimal?

Ich habe es in einem Video auf meiner Facebookseite schon angedeutet: Ich werde nicht nur mit Ally und Savage (inzwischen hauptsächlich Blutsbande, da Savage so gut wie fertig ist) teilnehmen, sondern noch mit einem zweiten Pseudonym.

Als diese neue, offiziell noch ungenannte Autorin teste ich ein Genre aus, das neu für mich ist.
Sinn und Zweck ist es, ein paar Dinge auszuprobieren, sowohl was meinen Schreibstil angeht, als auch die Art der Arbeit mit dem Buch, die Veröffentlichung und das ganze Drumherum. Mit einem neuen Pseudonym kann ich diese Sachen in Ruhe testen, ohne dass Ally dadurch beeinflusst wird.

Warum ich auch mit der Neuen am NaNo teilnehme? Weil ich mir dadurch einen Schub für ihre Facebookseite erhoffe und vor allem ihr Buch auch im NaNo weiter vorantreiben will.

Und nicht zuletzt: Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal teilgenommen und die 50K geknackt. Neues Jahr, neue Herausforderung. So einfach ist das.
Ich möchte über mich hinauswachsen, eine neue Aufgabe meistern und mir beweisen, dass ich mich noch steigern kann. Dieser November wird episch. <3

Nehmt ihr am NaNo teil? Wie lautet euer Nickname und mit welchem Projekt nehmt ihr teil? Ist es euer erster NaNo?
Meldet euch in den Kommentaren! <3

14 Comments

  1. Melissa David · 2. November 2016 Reply

    Hallo Alice,

    ein sehr schöner und motivierender Beitrag.
    Danke, danke, danke, du hast mir gezeigt, dass ich nicht völlig überambitioniert – ich dachte nämlich schon, nur ich bin verrückt und setzte sich gigantisch hohe Ziele. Aber 100.000 im einem Monate – Respekt.
    Ich bin unter Melissa David mit dem Projekt „Cheetah Manor“ angemeldet. Mein Ziel ist es das Projekt bis mit des Monats zu beenden (ca. 30-40.k) und auch in der Zeit gleich die Korrekturen zu schaffen (die mache ich immer einen Tag, nachdem ich geschrieben habe). Ob ich es schaffe? Ich bin motiviert, sehe es aber auch als Mammutaufgabe.
    Ich drücke dir und mir die Daumen, dass wir es schaffen 😀

    • Alice · 2. November 2016 Reply

      Hallo Melissa,

      danke für deinen Kommentar! 🙂
      Wow, du hast dir aber auch eine große Aufgabe gesetzt – hälst du uns darüber irgendwo auf dem Laufenden? Auf deiner FB Page oder so?
      Natürlich drücke ich dir auch die Daumen 😀

  2. Wunyo · 2. November 2016 Reply

    Wow, gleich 100k? Dann ganz viel Erfolg dabei, ich glaube an dich!
    Ich hab mich auch von der ganzen Motivation anstecken lassen und bin gestern noch spontan eingestiegen. Eigentlich ahbe ich gar keine Zeit dafür, aber es ist auch spannend zu beobachten, wieviel ich schaffe, obwohl es zeitlich nicht so passt. Und jedes Wort im Manuskript zählt schließlich irgendwie.
    Auf einen epischen Novemer und einen noch epischeren NaNo 🙂

    Liebe Grüße,
    Wunyo

    P.S. Mein Nick ist übrigens Wunyo 😉

    • Alice · 3. November 2016 Reply

      Ja, letztes Jahr hab ich die 50K geknackt, also dachte ich mir „fuck it, double it“ 😀
      Ein bisschen Größenwahn muss ja auch mal sein – und ich bin sehr gespannt, was daraus wird 😀

      Außerdem sehe ich dich hier schon an meiner Seite, Miss „Ich hab keine Zeit – Ach scheiß drauf, mitgemacht“, hm? 😀 <3
      Freue mich sehr und hab dich gleich mal gebuddyt. Du hast recht, jedes Wort zählt, also hau in die Tasten, soviel du kannst!

      Auf den epischen NaNoNovember 🙂

      Liebe Grüße, Ally

  3. Radioactive Wasteman · 3. November 2016 Reply

    100 K, das ist mal ein ehrgeiziges Ziel. Aber wie du schon sagst, manchmal brauch man ehrgeizige Ziele:-)

    Das mit dem anstecken lassen ging mir auch so. Keine Zeit und eigentlich auch keine Lust auf den Stress, aber dann liegt da ja dieses angefangene Manuskript von 70 000 Wörtern und wartet auf die zweite Hälfte… Dann noch die vielen Autoren, die sich auf den NaNo vorbereiten und darüber schreiben, und dann dachte ich mir, was solls, versuch einfach, wie weit du kommst. Irgendwie ist es ja auch passend, das Projekt, das ich vor zwei Jahren im NaNo angefangen habe, jetzt weiterzuschreiben. So, wie ich den Plot einschätze, wird es wohl auch noch für nächstes Jahr reichen, aber mal schauen…

    Ich bin übrigens als peter_amelprojekt angemeldet.

    Viele Grüße und mögen die Wörter nur so sprudeln…

    • Alice · 4. November 2016 Reply

      Hahaha, wie viele dabei sind, die eigentlich erst nicht wollten 😀

      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg mit deinem Projekt und wer weiß – vielleicht bringst du es ja doch zeitnah zu Ende 🙂

  4. Kate · 5. November 2016 Reply

    Wow!
    Mir fällt es schon wahnsinnig schwer, Zeit für nur ein Nano-Projekt zu finden. Eigentlich wollte ich gar nicht mitmachen, wie du. Weil ich eigentlich keine Zeit habe, wie du … ich kenne dieses Spielchen nur zu gut 😀
    Nur dass ich wirklich schon hinterher hänge. Mit nur EINEM Nano-Projekt. Was du dir da vorgenommen hast, klingt wirklich einfach nur … verrückt! 😀 Ich wünsche dir aber ganz viel Erfolg und dass dein November wirklich so episch wird! ♥

    Liebste Grüße,
    Kate ♥

    • Alice · 8. November 2016 Reply

      Hallo Kate,

      lieben Dank! Ich wünsche dir natürlich auch viel Erfolg – und den wirst du sicher haben, immerhin hat der Monat ja erst begonnen! <3

  5. Saskia · 8. November 2016 Reply

    Hallo Alice,
    Ich bin schwer beeindruckt von deinem Vorhaben! Dieses Jahr nehme ich zum ersten Mal am NaNoWriMo teil (Nickname cravingstories mit meinem Projekt „Monstrous) Hearts“) und muss sagen, dass mich schon ein Projekt sehr auf Trapp hält. Ich bin gespannt, wie dein Genretest läuft und drücke dir die Daumen, dass du für alles genug Kraft findest!
    Viele Grüße,
    Saskia

    • Alice · 8. November 2016 Reply

      Hallo Saskia, dann viel Erfolg! Für mich ist es auch erst der zweite NaNo – ich hab dich gleich mal geaddet. 🙂

      Vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar! 🙂

      Viele Grüße, Alice

  6. Die 'keine Zeit'-Lüge - loudwords.deloudwords.de · 16. November 2016 Reply

    […] Zeit. Der November ist für viele Autoren ein besonderer Monat, da jedes Jahr der NaNo stattfindet (hier habe ich schon darüber berichtet). Durch meine doppelte Teilnahme habe ich mir auch die doppelte Arbeit aufgeladen und hinzu kommt […]

  7. Ben Wilder · 16. November 2016 Reply

    Viel Erfolg! Vielleicht ist nächstes Jahr auch mal mein Jahr und dann setze ich es mal auf Priorität 1 und gehe es an.

    Vielleicht habe ich bis dahin auch so schon ein Buch geschrieben und bin den Wunsch „Ein Buch schreiben“ auch ohne Druck angegangen. Mancher braucht Druck, mancher nicht. Mal sehen.

    Genieße das Schreiben, hab Spaß dabei. Wenn du es wirklich genug willst, wirst du es packen!

    Liebe Grüße,
    Ben

    • Alice · 16. November 2016 Reply

      Hallo Ben,

      lieben Dank dir!
      Wie es aussieht, werde ich den NaNo wohl gewinnen, aber nicht die geplanten 100K erreichen (dazu werde ich nochmal einen extra Artikel verfassen).
      Das ist für mich aber völlig okay, denn meine Prioritäten (*g*) haben sich inzwischen geändert. Es sind viele tolle Dinge passiert, über die ich dann berichten werde und die so viel cooler sind, als die 100K.

      Würde ich an dieser Sache stur festhalten, würde mir auch die Freude daran vergehen und ich würde sehr viele tolle Chancen verpassen, die sich mir in den letzten Tagen und Wochen überraschend geboten haben.

      Liebe Grüße!

  8. Der NaNo geht krachen - und mich freut's - loudwords.deloudwords.de · 24. November 2016 Reply

    […] meine Aussage im letzten NaNo-Beitrag NaNo 2016 – Warum ich erst nicht wollte und jetzt doppelt teilnehme. Der Plan war es, mit zwei Konten teilzunehmen und jeweils 50K, insgesamt also 100K zu […]

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