AUTORIN

Das Ende und der zerrissene Autor

Gerade habe ich mich in der Community von AuthorWing mit einer Kollegin über das Schreiben eines Buchendes unterhalten.

Dabei stellte ich fest: Je näher ich dem Ende eines Buches komme, desto schwerer wird die Arbeit. Aber gleichzeitig wächst auch der Drang, das Buch fertig zu stellen, um es online zu stellen.

Ich will mich nicht verabschieden

Ein Buch zu beenden ist für mich immer ein Balanceakt. Ich will nicht Abschied nehmen müssen. Im Falle von Bruderkrieg ist es sogar so, dass ich nicht nur ein Buch gehen lassen muss, sondern eine ganze Trilogie.
Tristan und Kyra, Anthony, Zachary, Joshua, Luna, die Zwillinge, Seth … und viele andere werden nach Ende dieses Buches nicht mehr da sein. Zwar habe ich vor, in den kommenden Jahren noch das ein oder andere Pre- und/oder Sequel zu schreiben (ähnlich wie Joshua), aber dieser Hauptstrang wird mit Bruderkrieg enden.

Und das Ende dieser Trilogie, die auch noch mein Debut als Romanautorin gewesen ist, ist definitiv eine große Sache. Ich werde nicht mit dem Schreiben aufhören, aber es ist ein ganz besonderes Kapitel, das zu Ende geht. Meine Wölfe werden mich immer begleiten, wie sie es jetzt schon seit vielen Jahren tun. Aber auch mit diesem Wissen im Hinterkopf werde ich gerade immer langsamer. Es gibt immer mehr Tage, an denen ich mich nicht aufraffen kann, das Dokument zu öffnen. Ist es aber einmal offen, fliegen meine Finger über die Tasten, als gäbe es kein Morgen. Denn da ist noch die andere Seite …

Komm, ich zeig dir meine Geschichte

… und die seid ihr. Die Leser.
In den letzten zwei Jahren hatte ich das unfassbare Glück, immer mehr Leser zu finden, die meine Figuren und deren Geschichte genauso lieben wie ich es tue.
Ihr glaubt gar nicht, wie glücklich ihr mich macht, wenn ihr meine Bücher rezensiert und sie euch einfach nur begeistert haben. Auch aus sachlicher Kritik nehme ich viel mit (und sie ist wichtig!) aber richtig strahlen tue ich natürlich, wenn mich Leserinnen anschreiben (bzw. es auf Amazon postet), um über eine der Figuren zu schwärmen, besorgt nachzufragen, wie es im nächsten Band weiter geht, ob sich ihre Befürchtungen bestätigen, mir zu sagen, dass sie an Stelle xy weinen mussten, oder fröhlich zu erzählen, wie oft meine Charaktere und deren Schlagabtausch sie zum Lachen brachten.

Weil dieses Feedback mir sagt, dass ich Menschen mit meinen Geschichten bewege. Dass ich sie dazu bringe, zu empfinden und diese Empfindungen auszudrücken. Dass ich es schaffe, Gefühle anzuregen oder auszulösen.

Dass ich geschafft habe umzusetzen, weshalb ich das hier mache: Geschichten erzählen und Emotionen auslösen.

Deshalb will ich meine Bücher so schnell wie möglich fertig stellen – um dir die nächste Geschichte erzählen zu können.

Zerrissener Autor

Das sind die beiden Wölfe, die beim Ende jedes Buches mit mir kämpfen.

Der Eine, der will, dass das Buch bei mir bleibt und ich meine Figuren nicht in die Welt fortsenden und Abschied nehmen muss.
Und der Andere, der die Geschichte unbedingt mit anderen teilen will, um sie von Neuem glücklich zu machen.

Deswegen gibt es Zeiten, an denen ich täglich etwas über 2, manchmal sogar 4K raushaue (1K = 1.000 Wörter). Und dann wieder Zeiten, an denen ich tagelang nicht schreibe. Gerade habe ich eine „tagelang nicht schreiben“ Phase hinter mir.
Heute früh habe ich mich dann wieder rangesetzt, um vor der Arbeit wenigstens ein paar Wörter zu schaffen – bis jetzt sind es 814. Mal sehen, ob ich heute noch welche schaffe.
Denn bis zum Ende ist es noch ein ziemlicher Weg – und im April habe ich schon den Lektoratstermin.

Es wird also wieder Zeit, den zweiten Wolf zu füttern.
Ich freue mich schon darauf, euch Bruderkrieg zu geben. <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.