AUTORIN

Trau dich!

Trau dich! (Bild: pixabay)

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren? (Vincent Van Gogh)

Ich wünschte, ich könnte das auch

Es ist ein Satz, der mir immer wieder begegnet, wenn ich mich mit Leuten unterhalte. Egal ob es Fremde sind mit denen ich ein paar Worte gewechselt habe, Bekannte, Freunde, Leser – immer mal wieder höre ich: „Ich wünschte, ich könnte das auch.“
Und jedes einzelne Mal denke ich mir: „Das kannst du doch.“
Ich spreche es nicht immer aus, selten sogar. In letzter Zeit sogar immer weniger und ich habe mich gefragt, wieso eigentlich. Denn im Grunde müsste ich es viel öfter aussprechen, weil es wahr ist.

Du kannst das.
Du kannst schreiben.
Du kannst einen Blog führen.
Du kannst eine Geschichte verfassen oder auch einen ganzen Roman. 
Du kannst die Menschen mit deinen Worten bewegen, motivieren, zum Träumen oder zum Nachdenken bewegen.
Du kannst die Menschen zum Lachen bringen.

Was du dafür tun musst? Den Zweifel in dir los werden. Du selbst bist immer dein größter Kritiker. Frage dich, wieso du dir nicht zutraust, ein Buch zu schreiben.
Weil es viel Arbeit macht? Weil du dafür neues lernen und dich anstrengen musst? Weil du dafür Kraft, Ausdauer und Mut aufbringen musst?
Vielleicht musst du dich oft mehr aufraffen als es aus „Spaß“ zu tun und vielleicht wirst du feststellen, dass es Arbeit ist. Das es eine Aufgabe ist, der du dich wirklich verpflichten musst, anstatt immer nur davon zu träumen. Aber weißt du was? Genauso geht es mir auch.

Jahre der Arbeit

Vielleicht bin ich mit einer Leidenschaft fürs Schreiben geboren worden und vielleicht habe ich das Glück, dass die Menschen meine Art zu schreiben mögen. Vielleicht fällt es mir leicht, neue Ideen zu entwickeln und Plots aus dem Boden zu stampfen. Neuen Figuren Leben einzuhauchen und sie liebenswert zu gestalten. Schnell und viel zu schreiben, wenn ich mich denn wirklich hinsetze. Vielleicht fällt es mir leicht, stundenlang an Handlungssträngen zu tüfteln, Probleme hin und her zu schieben und Lösungen dafür zu finden.

Aber das ist nur das was du jetzt siehst.
Du hast nicht gesehen, dass ich meine Leidenschaft für das Schreiben lange Jahre unterdrückt habe. Aus Angst und weil mir eingeredet wurde, dass man „davon nicht leben kann“. Du hast nicht gesehen, dass ich Jahre damit verbracht habe, Texte und Geschichten zu schreiben. Mit Gleichgesinnten zusammen oder auch nur für mich selbst. Du kennst nicht meine ersten, furchtbaren Versuche, die ich heute mit meinem Leben verteidigen würde, nur damit sie niemand zu Gesicht bekommt (so grottig waren sie). Du hast nicht gesehen, wie viele Stunden, Tage, Wochen ich ins Schreiben investiert habe, um jetzt so schreiben zu können, wie ich es aktuell kann. Du siehst nicht die Bücherstapel und Blogs, die ich gelesen habe und noch lese, oder das Studium durch das ich mich knapp zwei Jahre durchgebissen habe, um zu lernen und mich weiter zu entwickeln.
Du hast mich nicht im Urlaub in Italien im Olivenhain sitzen sehen, seelisch völlig kaputt, aber an einer Idee und ein paar Szenen arbeitend.

Die Autorin die ich heute bin, die ist nicht vor 28 Jahren fertig aus meiner Mutter geschlüpft. Ich habe sie geschaffen. Durch Jahrelange Arbeit, stetige Weiterentwicklung, durch lernen und durch unglaublich viel Übung.

Ich habe mit nichts angefangen und ich habe mich unzulänglich und mutlos gefühlt. Ich dachte ich kann das alles nicht. Das ich viel zu klein bin, um Autorin zu sein, obwohl es immer schon mein Traum war. Beinahe wäre es ein Traum geblieben.
Aber heute bin ich hier – näher daran meinen Traum zu erreichen, als jemals zuvor. Es war ein langer Weg, der mit viel Arbeit, viel Kraft, Mut und Rückschlägen verbunden war.

Und wenn ich es kann – wieso um alles in der Welt glaubst du, dass du es nicht kannst?
Denn du kannst es. Du musst dich nur trauen.

sig

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2 thoughts on “Trau dich!

  1. … sehr schöne und aufbauende Worte, die Mut machen. Vielen Dank dafür, Ally. Du spricht mir aus dem Herzen. Als ich 28 war, gab es noch kein Facebook, keine Blogs … vielleicht hätte ich sonst viel früher die Kraft gehabt, mich dem Schreiben zu widmen. 🙂

    Mari

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